Evaluation des Bildungsprogramms BNE-Zukunftswerkstatt von WEED
Die Evaluation analysiert, wie die BNE-Werkstatt wirkt, welche Kompetenzen Schüler*innen entwickeln, wie Selbstwirksamkeit und Engagement entstehen und welche Voraussetzungen für gelingende BNE zentral sind.
Erkenntnisse aus zwei Jahren BNE-Zukunftswerkstatt
Wie wirken projektorientierte Ansätze der Bildung für nachhaltige Entwicklung an Schulen? Welche Bedingungen fördern Engagement und transformative Bildung und wie können BNE-Maßnahmen nachhaltig an Schule wirken? Diesen Fragen geht die unabhängige Evaluation der BNE-Zukunftswerkstatt von WEED nach. Über einen Zeitraum von zwei Jahren wurden die Wirkungen des Bildungsprogramms an zwei Berliner Schulen untersucht. Die Evaluation analysiert, welche Kompetenzen Schüler*innen entwickeln, wie Selbstwirksamkeit und Engagement entstehen und welche Voraussetzungen für gelingende transformative Bildungsprozesse sowie für eine nachhaltigen Verankerung von BNE zentral sind. Die Ergebnisse liefern sowohl eine fundierte Wirkungsdiagnose als auch praxisnahe Erkenntnisse für die Weiterentwicklung von projektorientierter BNE und transformativem Lernen im schulischen Kontext.
Methodik
Die Evaluation wurde zwischen Juni 2024 und August 2026 durchgeführt und begleitete die BNE-Zukunftswerkstatt an zwei Berliner Gymnasien über zwei Schuljahre hinweg. Zum Einsatz kam ein qualitativer Methodenmix aus Interviews mit Schüler*innen, Lehrkräften, Ganztagsverantwortlichen und der Projektleitung, ergänzt durch teilnehmende Beobachtungen, die Auswertung von Lernjournalen sowie die Analyse weiterer Projektmaterialien. Insgesamt flossen die Perspektiven von 52 Beteiligten in die Untersuchung ein.
Ergebnisse
Die Evaluation zeigt, dass die BNE-Zukunftswerkstatt vielfältige Lern- und Entwicklungsprozesse anstoßen konnte. Die Teilnehmenden berichteten von erweitertem Wissen zu Nachhaltigkeit und globaler Gerechtigkeit sowie von gestärkten Kompetenzen in den Bereichen Teamarbeit, Kommunikation, Projektmanagement und demokratische Teilhabe. Besonders wirksam erwies sich die Verbindung aus inhaltlichen Impulsen, selbstgewählten Projekten und der Möglichkeit, konkrete Veränderungen im eigenen Schulumfeld anzustoßen. So spiegelt sich die Selbstwirksamkeitserfahrung in der Aussage eines Schülers:
„Man merkt den Fortschritt und die Meilensteine. Das ist ein cooles Gefühl, zu merken, dass man was erreicht.“
Gleichzeitig verdeutlichen die Ergebnisse, dass langfristige Strukturen, ausreichend Zeit sowie unterstützende Rahmenbedingungen entscheidend dafür sind, dass aus Engagement nachhaltige Wirkungen entstehen können.
Fazit
Die Evaluation unterstreicht das Potenzial projektorientierter BNE-Ansätze, junge Menschen in ihrer Handlungsfähigkeit und ihrem gesellschaftlichen Engagement zu stärken. Besonders deutlich wird, welchen Mehrwert die Zusammenarbeit zwischen Schulen und zivilgesellschaftlichen Bildungsakteur*innen für die Gestaltung partizipativer und transformativer Lernprozesse bieten kann. Zugleich zeigen die Ergebnisse, dass solche Prozesse Zeit, Freiräume und eine langfristige Verankerung in schulischen Strukturen benötigen.
Infos
- Authors: Leonie Bröcheler
- Typ: Sonstiges
- Language: German
- Categories: Globales Lernen und Bildung