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Zertifiziert – und trotzdem verletzt? IKT-Gütesiegel und Menschenrechte: Eine kritische Einordnung für die faire öffentliche Beschaffung

Das Factsheet analysiert und vergleicht die sozialen Kriterien, Auditmechanismen und strukturellen Grenzen der etablierten IKT-Gütesiegel und ordnet ihre Aussagekraft kritisch ein.

Das Factsheet vergleicht zentrale IKT-Gütesiegel wie TCO Certified, Blauer Engel, EPEAT und EU-Ecolabel hinsichtlich ihrer sozialen Kriterien, Lieferkettenabdeckung, Auditmechanismen und Transparenzanforderungen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie belastbar die menschenrechtliche Aussagekraft dieser Siegel tatsächlich ist und wo ihre strukturellen Grenzen liegen. Dabei zeigt die Analyse insbesondere das gemeinsame „Bottleneck“ der Gütesiegel auf: die Abhängigkeit von standardisierten Audits durch profitorientierte Prüfunternehmen, deren Verfahren schwere Arbeits- und Menschenrechtsverletzungen häufig nicht verhindern können und teils sogar zur institutionellen Verschleierung von Missständen beitragen.

Gleichzeitig wird verdeutlicht, warum Gütesiegel trotz ihrer begrenzten Wirksamkeit weiterhin ein wichtiges Instrument für die sozial verantwortliche öffentliche Beschaffung bleiben. Wenn öffentliche Auftraggeber Gütesiegel strategisch mit Transparenzanforderungen, verbindlichem Vertragsmanagement und unabhängigen Monitoringansätzen kombinieren, kann Druck auf Unternehmen ausgeübt und reale Verbesserungen entlang globaler IKT-Lieferketten vorangetrieben werden.


Infos

  • Autor*innen: Lotte Jäger
  • Typ: Broschüre
  • Sprache: Deutsch
  • Kategorien: Menschenrechte und Wirtschaft, Öffentliche Beschaffung

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