Remittances als globale Lebensader - Wie Rücküberweisungen Millionen Menschen die Existenz sichern und wodurch sie ausgebremst werden
Das Briefing erklärt die Bedeutung globaler remittance-Ströme und die wirtschaftspolitischen Hintergründe laufender Reformbemühungen.
Remittances – grenzüberschreitende Rücküberweisungen von Migrant*innen an ihre Familien – gehören zu den wichtigsten Finanzzuflüssen für viele Länder des Globalen Südens. Sie übersteigen die öffentliche Entwicklungszusammenarbeit (ODA) deutlich und sichern unzähligen Haushalten in ärmeren Regionen den Zugang zu Gesundheitsversorgung, Bildung, sozialer Absicherung und vielem mehr. In Krisenzeiten wirken sie oft stabilisierend und tragen zur Armutsbekämpfung bei.
Das Briefing erklärt jedoch auch finanz- und marktpolitischen Gründe, warum die positiven Wirkungen mitunter ausgebremst werden: Hohe Gebühren, die Marktmacht weniger Finanzdienstleister, unzureichende Finanzinfrastruktur sowie ungleiche internationale Finanzregeln führen zu einer strukturellen Verteuerung. Das UN-Ziel, die Kosten für Rücküberweisungen bis 2030 auf unter drei Prozent zu senken, wird bislang deutlich verfehlt. Gleichzeitig werden remittances im Zuge der Debatten um Migrationspolitik im Globalen Norden auch von rechts politisiert.
Um ihr Potenzial voll auszuschöpfen, braucht es niedrigere Gebühren, mehr Mitsprache für betroffene Länder und den Schutz der Rechte von migrantisierten Arbeiter*innen und ihren Familien.
Infos
- Autor*innen: Simon Pompé, Verena Kröss
- Typ: Broschüre
- Sprache: Deutsch
- Kategorien: Internationale Finanzen (allgemein)