Klimakrise, Konzernmacht, Kriege: Die globalen Ursachen steigender Lebensmittelpreise
Verschiedene globale Krisen erschüttern aktuell gleichzeitig die Ernährungssysteme der Welt. Die jüngsten Kriege gegen den Iran und Ukraine erzeugen Unsicherheit auf den Getreide-, Energie- und Rohstoffmärkten und Schifffahrtsrouten. Höhere Preise für Düngemittel und Transport verteuern die landwirtschaftliche Produktion und wirken sich auf die gesamte Wertschöpfungskette aus. Gleichzeitig führen Dürren, Überflutungen und andere Folgen der Klimakrise in vielen Regionen zu Ernteausfällen und sinkenden Erträgen.
Auch in Europa und Deutschland steigen die Preise für Lebensmittel. Dabei ist oft intransparent, an welcher Stelle der Lieferkette Kosten weitergereicht oder Übergewinne erzielt werden. Der Lebensmitteleinzelhandel ist in Europa stark konzentriert; vier große Handelskonzerne (Edeka, Rewe, Aldi, die Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland) verfügen jetzt über mehr als 90% des Marktanteils und damit große Preisgestaltungsspielräume sowie enorme Verhandlungsmacht gegenüber Produzentinnen, Verbraucherinnen und Beschäftigten.
Während steigende Lebensmittelpreise hierzulande Haushalte vor große finanzielle Herausforderungen stellen, bringen sie in zahlreichen Ländern des Globalen Südens mitunter noch gravierendere Folgen. Dort gefährden Preissteigerungen die Ernährungssicherheit schon jetzt, können soziale Spannungen verschärfen und bestehende Schulden- und Wirtschaftskrisen weiter verschlimmern. Daraus ergibt sich ein geteiltes Interesse der Öffentlichkeit hier und in anderen Ländern, gemeinsame Analysen und Handlungsoptionen zu erörtern.
Ziel der Veranstaltung ist es, eine Problemanalyse vorzunehmen, die unterschiedliche, aber zusammenwirkende, Aspekte synthetisiert: Klimawandel, Konzernmacht, Lieferketten, Beschäftigten- und Verbraucher*innenperspektiven. Gleichzeitig soll diskutiert werden, welche politischen Maßnahmen sowie zivilgesellschaftlichen Strategien geeignet sind, um Ernährungssysteme gerechter, krisenfester und demokratischer zu gestalten. Lokale und internationale Perspektiven sollen zusammenkommen. Eventuell werden dabei auch voneinander abweichende Ansichten sichtbar.
Eingeladen sind alle Interessierten, insbesondere Gewerkschafter*innen, zivilgesellschaftliche Fachmenschen, oder Vertreter*innen aus alternativen Lebensmittel- und Landwirtschaftsbetrieben.
Programm:
18:00 – 18:15 Willkommen und Vorstellung
18:15 – 19:15 Paneldiskussion „Welche Krisen stehen hinter der Lebensmittelkrise und wie beantworten wir sie?“
19:15 – 20:00 Publikumsdiskussion mit Fragen und Antworten
Mit spannenden Gäst*innen
- Steffen Vogel, Referent für globale Lieferketten und Menschenrechte im Agrarsektor - Oxfam Deutschland
- Marius Federmann, Gewerkschaftssekretär und Referent - ver.di Handel
- Vertererin von Die Linke (tbd)
Moderiert von Simon Pompé, Fachpromotor für faires & zukunftsfähiges Wirtschaften - WEED e.V.
Wir freuen uns auf Euch!