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WEED kritisiert Berliner Vergabestrukturreform und geplante Anhebung der Wertgrenzen

von Tina Haupt

Berlin, 21.01.2026

Im Rahmen des runden Tisches Faire Beschaffung, zu dem die Senatsverwaltung für Wirtschaft gestern Expert*innen aus dem Themenbereich eingeladen hat, wurden die Pläne für eine Vergabe-Strukturreform sowie die Anhebung der Wertgrenzen für Direktaufträge diskutiert.

WEED begrüßt, dass das Land Berlin eine gesamtstädtische Strategische Steuerungseinheit aufbauen will. Auch die Digitalisierung der Verfahren für eine transparente Datenlage, die gebündelte Beschaffung nach Warengruppen sowie die Etablierung einer Beschaffungsagentur sind nachvollziehbare Maßnahmen[1].

Unklar blieb allerdings, wie sozial-ökologische Beschaffung hier ganz konkret verankert werden soll. Laut Senatskanzlei soll das Thema bei der Strategischen Steuerungseinheit angesiedelt sein, nicht bei der Beschaffungsagentur. „Wenn die Agentur wie geplant operativ berät, dann macht es aus unserer Sicht mehr Sinn, hier Expertise zu dem Thema aufzubauen“, so Tina Haupt von WEED und gleichzeitig die Koordinatorin des FAIRgabe-Bündnisses. „Die Vergabestellen wünschen sich konkrete Unterstützung in der Praxis zum Thema Nachhaltigkeit, nicht nur strategischen Vorgaben ohne Verbindlichkeit“.

Die im Rahmen der Reform ebenfalls diskutierte Anhebung der Wertgrenzen für Direktaufträge sehen wir kritisch. „Sozial-Ökologische Standards müssen in Berlin sowieso nur für bestimmte Produkte und ab einem Schwellenwert von 10.000 Euro angewendet werden. Mit der Erhöhung der Wertgrenzen für Direktaufträge werden diese Vorgaben weiter geschwächt“, sagt Lotte Jäger von WEED.

Aktuelle Forderungen der Zivilgesellschaft und weitere Hintergrundinformationen auf www.fairgabe.berlin

 

Kontakt:

Tina Haupt

Koordinatorin des Berliner FAIRgabe-Bündnis

 

 



[1] https://www.berlin.de/rbmskzl/aktuelles/pressemitteilungen/2025/pressemitteilung.1626667.php